Einführung in das Investmentrecht

In diesem Beitrag soll eine Einführung in das Investmentrecht gegeben werden, das seit dem Jahr 2013 seine gesetzliche Grundlage im KAGB gefunden hat.

1. Rechtslage vor Inkrafttreten des KAGB

Vor dem Inkrafttreten des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) im Jahr 2013 gab es unterschiedliche Regelungen für geschlossene und offene Fonds. Geschlossene Fonds (z.B. Schifffonds in der Rechtsform der GmbH & Co. KG) unterlagen nur einer sehr geringen Regulierung (sog. grauer Kapitalmarkt). Offene Investmentfonds unterlagen der Regulierung durch das im Jahr 2004 in Kraft getretene Investmentgesetz (InvG).

Als Konsequenz aus der Finanzmarktkrise sollte der Anlegerschutz verbessert werden und den Anlegern nur noch regulierte Investmentprodukte angeboten werden. Auf europäischer Ebene erfolgte dies durch die sog. AIFM-Richtlinie 2011/61/EU (Alternative Investment Funds Manager).

2.  Regelungsziel der AIFM-Richtlinie

Die AIFM-Richtlinie bezweckt die Festlegung gemeinsamer Anforderungen für die Zulassung von und die Aufsicht über Manager alternativer Investmentfonds (z.B. geschlossene Immobilienfonds, Hedgefonds oder Private-Equity-Fonds), um für den Umgang mit damit zusammenhängenden Risiken für Anleger und Märkte innerhalb der EU ein gemeinsames Vorgehen sicherzustellen. Die AIFM-Richtlinie reguliert zwar nur den Vertrieb von AIF (Alternative Investment Funds) an professionelle Anleger. Der deutsche Gesetzgeber hat über die europäischen Vorgaben hinaus aber auch den Schutz des Privatanlegers aufgenommen.

3. Rechtslage nach Inkrafttreten des KAGB

Das KAGB führte zu einer Neuordnung des deutschen Investmentrechts, indem es die frühere Trennung zwischen offenen und geschlossenen Fonds aufhob und die AIFM-Richtlinie und die OGAW-Richtlinie in einem Gesetz zusammenfasste. Das KAGB kodifiziert heute alle Investmentvermögen in einem Gesetz. Ergänzt wird das KAGB durch europäische Verordnungen (z.B. DelVO 231/213) und nationale Rechtsverordnungen (z.B. KARBV oder KAPrüfBV).

Das KAGB führt zu einer stärkeren Aufsicht von Investmentvermögen und sieht verschiedene Vorgaben für die Manager vor (Compliance, Vergütung, Risikomanagement u.a.).

Der Vertrieb von Investmentprodukten ist nicht mehr in öffentlichen Vertrieb und Privatplatzierung aufgeteilt. Das Private-Placement-Regime wurde abgeschafft.

4. Übersicht des Investmentverhältnisses

Die nachfolgenden Darstellung der Grundzüge des deutschen Investmentrechts orientiert sich an der unten stehenden Übersicht, wonach die Anleger das Kapital stellen, die Kapitalverwaltungsgesellschaft das Investmentvermögen verwaltet und die Verwahrstelle die Kontrolle ausübt.

(Stand: 02. November 2019, Bild von Gerd Altmann auf Pixabay)

1 Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*